Tatsache ist, dass die bisherigen UI-Konzepte für die Zukunft nicht weiter helfen. WIMP ist als Konzept älter als die Mondlandung, was das in IT-Jahren bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen ;-) Gut zu sehen, dass moderne Ansätze existieren, am praktischen Gebrauch dieser neuen Geräte ausgerichtete Bedienkonzepte zu ermöglichen.
Es ist schon faszinierend, wieder einmal vor Augen geführt zu bekommen, wie weit meine “Muss ich unbedingt mal lesen” – Liste mittlerweile ist. Ich hatte mit vor ungefähr fünf Jahren das Buch “Fooled by Randomness” bestellt und das Buch dann aus irgendeinem Grund nicht bekommen. Jetzt bin ich bei einer Recherche wieder auf den Autor, Nassim Nicholas Taleb, gestoßen. Der Mann hat mittlerweile einen Rockstar-Status, nicht ganz zu unrecht. Wenn Bücher bzw. ihre Autoren beinahe oder Zwischentöne entweder auf den Olymp gehoben oder in tiefste Tiefen verrissen werden, dann klingt das für mich nach einer interessanten Lektüre. Oder wie Dr. Werner Fuchs in seiner Amazon-Rezension schreibt: “Denn dies deutet meist darauf hin, dass es sich um Angriffe auf Glaubensmodelle handelt, deren Infragestellung Verhaltensmuster ebenso erschüttern wie Institutionen und Bildungsstätten. Entsprechend harsch reagieren denn auch viele Leser.” Dem kann ich nur beipflichten.
Wem der Name Nassim Taleb gar nichts sagt, kann entweder die Wikipedia befragen (sorry für den englischen Link, aber der deutsche Artikel ist nur ein müder Abklatsch) oder sich erst einmal mit der “Theorie des schwarzen Schwans” (hier auch mit Video) beschäftigen. Alternativ gibt es noch ein etwa zehnminütiges Video im Gespräch mit Arianna Huffington. Auch wenn seine derzeitige Beweihräucherung etwas stark ausfällt, vertritt er dennoch eine äußerst interessante Position, der ich in Sachen Finanzpolitik nur zustimmen kann. Nicht zuletzt sind seine “Zehn Grundsätze für eine Scharzer-Schwan-tolerante Welt” in entsprechender Form durchaus auch in der IT-Welt bekannt (oder sollten es zumindest sein). Um den Kreis zum Anfang zu schließen: dieses Jahr steht N.N. Taleb ziemlich weit oben auf meiner Liste … ;-)
Es gibt diesen abgedroschenen Spruch “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”. In vielen Fällen stimmt er allerdings. Gerade in einer Welt, in der immer mehr Informationen auf einen einstürmen, die verarbeitet (und vor allem verstanden) werden wollen, ist Visualisierung oft der einzige Weg, aus Daten Informationen zu machen.
Kleiner Einschub: Daten und Informationen sind nicht dasselbe. Das Münchner Telefonbuch sind erstmal nur Daten. Die Liste der plastischen Chirurgen sowie der Juweliere und der Edelboutiqen auf einen Stadtplan visualisiert, das sind Informationen.
Nachdem ich in der letzten Zeit über einige sehr interessante Dinge aus den verschiedensten Bereichen gestolpert bin, möchte ich Ihnen diese nicht vorenthalten. Als erstes eine aktuelle Visualisierung, die statt ellenlanger Texte mit Fachausdrücken sehr gekonnt die prinzipiellen Ursachen der Finanzkrise aufzeigt. Ich hab’ endlich verstanden, was mit dem Ausdruck CDO in der Finanzwelt bezeichnet wird (und wenn ich das auch nur zur Hälfte richtig verstanden habe, trägt es nicht dazu bei, meine Annahme über den durchschnittlichen IQ eines Investmentbankers zu revidieren). Falls jemand so etwas auf Deutsch hat, bitte melden. Danke an Jonathan Jarvis.
Wenden wir uns etwas optimistischerem zu. Wer auf TED.com noch nicht die Präsentation von Hans Rosling gesehen hat, sollte das jetzt tun (ich warte solange, kein Problem).
Die Website, auf der sich das Ganze interaktiv selbst ausprobieren lässt, ist www.gapminder.org – sehr empfehlenswert. Warum wird sowas nicht im Schulunterricht eingesetzt? Aber das ist ein anderer Post …
Ich fliege beruflich zwar nicht mehr so viel wie in früheren Positionen, aber es reicht, um morgens ohne Kaffee im Halbschlaf in MUC das richtige Gate zu finden. ;-) Gerade Flugdaten sind aber ein sehr gutes Beispiel, um den Sinn einer Visualisierung zu zeigen. So werden aus einer Halde von Daten Muster erkennbar, wie im folgenden Beispiel.
Das tollste Beispiel ist meiner Meinung nach eine Diplomarbeit an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. Die Echtzeitdarstellung des Verkehr rund um Zürich Kloten! Der Link dazu ist http://radar.zhaw.ch/radar.html und die Seite ist wirklich einen Blick wert. Wer also wissen will, ob die Kollegin schon gelandet ist oder wann der Papa auf den Heimweg startet, hier lässt sich das zeigen.
Wer sich für die verschiedenen Ansätze interessiert, die für die Visualisierung komplexer Netzwerke benutzt werden, der wird hier fündig. Als Softwaremensch kann ich natürlich nicht umhin, zumindest einen Link anzubieten, falls Sie sowas selbst erstellen wollen und sich jede Menge Arbeit sparen wollen: Processing. Wer etwas Java (oder eine Sprache in der Richtung) beherrscht, kommt hier schnell zu Ergebnissen. Den Datenhaufen zum Visualisieren müsse Sie sich allerdings selbst suchen.
Manchmal lassen sich Informationen aus Daten gewinnen, die überhaupt nicht danach aussehen. Ein schlauer Kopf bei Google ist auf die Idee gekommen, dass Leute, die an Grippe erkrankt sind, natürlich auch in Google nach Medikamenten und Behandlungen suchen. Also lassen sich diese Suchanfragen auswerten uns auf einer Karte der Vereinigten Staaten visualisieren – fertig ist Google Flu Trends! Und ja, damit lassen sich Vorhersagen machen, welche zwei Wochen schneller verfügbar sind, als die offiziellen CDC-Reports.
Oh, Mitternacht. Damit also genug für heute und ein Gruß an eine ehemalige Kollegin, die auf den Artikel zum Thema Schätzung, Aufwandsschätzung und andere Katastrophen, noch etwas warten muss. ;-)
Die Videos auf der TED-Website sind immer wieder eine Entdeckung und ein Besuch einer TED-Konferenz steht auf meiner “Wenn ich mal die Fee treffe”-Liste ;-) Das hier habe ich gerade gefunden, einen wirklich interessanten Ansatz, mal von der schon obligatorischen Denke “Monitor und Tastatur/Maus” weg zu kommen. Nach dem eingebetteten Video folgt der Link. Ich finde, das stellt einen hochinteressanten Ansatz dar, gerade auch für Ausbildungs- und Lernprojekte.
Das hier habe ich gerade gefunden und es passt sehr gut in eine Zeit, in der man Nieten in Nadelstreifen Milliarden anvertraut, die nicht mal auf den Inhalt Ihrer Geldbörse aufpassen könnten: 1943 hat Disney “Chicken Little” als eine Art Propagandafilm produziert. Wer wissen will, wie manche Leute (Politik, Finanzsektor, “Top”-Manager) mit den kleinen Leuten umgehen, dem sei dieser Kurzfilm empfohlen: einfach von 04:25 bis 06:25 ansehen und dann wieder und wieder …
Ich wusste nicht, dass Disney damals zu Zeiten des zweiten Weltkriegs solche Filme machte. Definitiv einer aus der Reihe, die sich Eltern ohne die Kinder anschauen sollten, wie der Sprecher zu Beginn anmerkt …
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