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Artikel Tagged ‘Hardware’

Update zum iPad-Artikel

29. Januar 2010 Arminius 3 Kommentare

Das Rauschen im Cyberspace und im Blätterwald zum Apple-Event legt sich allmählich und die ersten Analysen ringen um Aufmerksamkeit. Ich würde gerne einen deutschen Link posten, aber Marc Sigal schreibt Englisch …

CheckMate beschreibt sehr überzeugend, warum Apple’s neueste Kreation ernst genommen werden sollte und was Apple voraussichtlich vor hat. So ganz daneben lag ich mit meinen Gedanken wohl doch nicht …

Veni, Vidi, iPad

28. Januar 2010 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Jetzt ist es also raus. Steve Jobs hat bei seinem Auftritt nicht die Version 2.0 der Zehn Gebote veröffentlicht, die Nahostkrise ist nicht gelöst und über die Kompetenz vieler Bankenvorstände muss man sich nach wie vor Sorgen machen. Wie Martin Peers vom Wall Street Journal unlängst so richtig erkannte  ”Das letzte Mal, als eine Tafel so viel Aufsehen erregt hat, standen Gebote darauf”. Aber lassen wir den Sarkasmus mal einen Post lang beiseite, denn meiner Meinung war die Produktvorstellung des iPad aus mehreren Gründen wichtig.

Einer dieser Gründe ist ein psychologischer. Mit wurde anhand vieler Reaktion im Web in den ersten Stunden wieder bewusst, wie tief die Kluft zwischen den Nerds und den Anwendern immer noch ist. Es ist nach wie vor ein Problem unserer Branche, dass die Orientierung an den Bedürfnissen der Anwender in der Theorie zwar oft beschworen, in der Praxis aber schnell wieder vergessen wird. Sehen wir uns dazu mal einige der Einwände beziehungsweise Kritikpunkte an: “Kein austauschbarer Akku, kein OLED, keine Kamera(s), kein GPS, keine großartigen Zubehörmöglichkeiten, kein offenes Betriebssystem und noch ein paar andere”.

Was dabei vergessen wird, ist die angepeilte Zielgruppe des Geräts und die Aufteilung in Konsumenten und Produzenten. Auch im vielgelobten Web 2.0 sind mehr als 90% der Leute Konsumenten. Ganz gleich, ob man die Verteilung zwischen Konsumenten und Autoren bei Wikipedia betrachtet oder bei YouTube (echte eigene Kreativität, nicht den hunderttausendsten Musikvideo), ob es aktive Blogs und Internetnutzer oder Fotografen und Bilder-Herunterlader sind. Wie jemand bei Twitter so nett und passend formuliert hat, ist das iPad die Erlösung für alle Couchsurfer. Konsumenten und Anwender wollen keine Akkus wechseln oder Systeme patchen, keine Hacks installieren, sie wollen einfach ein Gerät mit der gewünschten Funktion, bei der die Technik gefälligst unsichtbar zu bleiben hat. Wer baut heute noch seine Röhrenverstärker selbst und experimentiert mit verschiedenen Lautsprecherboxen je nach Musiktyp? Richtig, ein minimaler Promillesatz alle Musikhörer. Genau deshalb besitzt das iPad auch keine Kamera. Bei einem überwiegenden Großteil der Nutzungsszenarios wären die Lichtverhältnisse viel zu schlecht. Wichtig ist dagegen eine intuitiv bedienbare Fotoverwaltung und genau die ist vorhanden. Das iPad ist ein “Consumer Device”, kein Gerät für Inhaltsproduzenten. Dafür möchte Apple ja noch einige Macs verkaufen.

Auch ein zweiter Aspekt ist interessant. Viele Stimmen vor der Vorstellung des Gerätes sprachen davon, dass ein iPad überflüssig ist, schließlich reicht ein iPhone neben dem Computer völlig aus. Auch ich bin mittlerweile bereits dabei, abends im Bett noch das eine oder andere TED-Video anzusehen. Genau dabei habe ich auch festgestellt, dass andere prominentere Blogger tatsächlich recht haben: das iPhone ist cool – wenn Du unter 40 bist. Das iPad ist die logische Weiterentwicklung des Konzepts für eine älter werden Nutzerschaft im Web. Ich möchte nicht jammern, aber die beginnende Altersweitsicht, Fokussierungsverzögerungen und andere Mätzchen nerven auf einem so kleinen Gerät wie dem iPhone oder iPod touch. Irgendjemand hatte vor Monaten mal in einer Zeitschrift  geschrieben: “was fehlt, ist ein iPhone für die alternde Babybommer-Generation”. Bitteschön, hier ist es. Vielleicht ist das nebenbei auch der Grund, warum sich die Produktbezeichnung nicht groß vom iPod unterscheidet. Oder Steve Jobs ist ganz einfach von den eigenen Anforderungen ausgegangen. Der Mann wird ja auch nicht jünger. ;-)

Der dritte Aspekt ist etwas, das mich am Kindle von Amazon trotz der genialen Bildschirmqualität immer gestört hat: das iPad besitzt einen Farbbildschirm. Jetzt ist eine Hardwareplattform vorhanden, um moderne Konzepte für Zeitschriften zu verwirklichen. Die Kooperationen mit der Print-Industrie sind ein gewichtigere Pfeiler im Konzept des iPad und die Verwendung des ePUB-Formats ein entsprechender Tritt ans Schienbein von Amazon. Ich persönlich hätte jetzt das Gerät, um mein SPIEGEL- und Scientific American-Abo auf eine elektronische Form umzustellen. Diese Ausrichtung als Medienkonsumenten-Gerät war möglicherweise auch einer Gründe für die durchaus aggressiv zu nennende Preisgestaltung (immerhin hat Apple die Prophezeihungen der Branchenexporten für den Preis glatt halbiert). Ich denke auch nicht, dass das Statement von Mr. Jobs über die “500$-Tabletts” vor einiger Zeit einfach so dahin gesagt wurde. Da wurde eine untere Grenze weit vor der Präsentation angekündigt.

Der letzte Aspekt (zumindest für diesen Artikel) ist ein Wandel, der bereits vor Jahren begonnen hat. War der PC ein Gerät, bei dem anwendungsorientiert gearbeitet wurde (”ich öffne X, speichere das dann und lade es in Y und dann wird da in Z zusammen mit einer anderen Datei das Ergebnis draus”), so ist die heutige Arbeitsweise nicht mehr an Programmen oder Dateien orientiert, sondern an Aufgaben / Tätigkeiten und dem “Web”. Mittlerweile ist mehr oder weniger alles im Netz, Texte, Bilder, Töne, Termine, Filme und das öffentliche (und manchmal auch das private) Wissen der Menschheit. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Medien und das mobile Gerät der Zukunft muss diesem Umstand Rechnung tragen und ebenso mobil sein wie die Daten. Nicholas Carr hat dies bereits erkannt und analysiert. Wer mehr über den Unterschied zwischen Apple und Microsoft wissen möchte, sollte seinen Post lesen.

Bisher war noch keinem Tablet der große Durchbruch beschieden. Allerdings war auch iPhone keine Revolution der Hardware, sondern die Software und das Gesamtkonzept von Gerät, Bedienung und iTunes war es, dass alle anderen Anbieter kalt erwischte. Auch hier sollten wir IT-Insider uns, um den Bogen zum Anfang zu schlagen, mehr darauf besinnen, was die Anwender wirklich wollen. Die überwiegende Masse der Anwender. Steve Jobs kann das und er kann die entsprechenden Produkte dazu herstellen. Willkommen in der nächsten Runde des Kampfes!

Das Konzept “Mag+”

5. Januar 2010 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Möglicherweise ist die Zukunft einiger Zeitschriften doch nicht so düster. Während alle Welt auf das Tablet von den Leuten aus Cupertino wartet, haben sich andere Gedanken gemacht, wie die sinnvolle Weiterentwicklung einer Benutzeroberfläche für das Lesen von Magazinen in elektronischer Form aussehen könnte.

Tatsache ist, dass die bisherigen UI-Konzepte für die Zukunft nicht weiter helfen. WIMP ist als Konzept älter als die Mondlandung, was das in IT-Jahren bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen ;-) Gut zu sehen, dass moderne Ansätze existieren, am praktischen Gebrauch dieser neuen Geräte ausgerichtete Bedienkonzepte zu ermöglichen.

Bauklötze++

15. Februar 2009 Arminius 1 Kommentar

Die Videos auf der TED-Website sind immer wieder eine Entdeckung und ein Besuch einer TED-Konferenz steht auf meiner “Wenn ich mal die Fee treffe”-Liste ;-) Das hier habe ich gerade gefunden, einen wirklich interessanten Ansatz, mal von der schon obligatorischen Denke “Monitor und Tastatur/Maus” weg zu kommen. Nach dem eingebetteten Video folgt der Link. Ich finde, das stellt einen hochinteressanten Ansatz dar, gerade auch für Ausbildungs- und Lernprojekte.

Hier der Link zum Video (Link zur TED-Homepage).

Hardware für Kids

1. September 2008 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Diesmal ein Hardware-Tipp zum Thema Informationsdiät. Ich habe nach lange Suche einen MP3-Player gefunden, dem ich das Prädikat “keinkindertauglich” ausstellen kann.Meine Tochter ist diesen Sommer drei Jahre alt geworden und besucht den Musikgarten, seit sie sechs Monate alt ist. Wer meine musikalischen Fähigkeiten kennt, wird die familiäre Verbesserung erleichtert zur Kenntnis nehmen. ;-)

SweetPea3 player

SweetPea3 player

Wie viele andere Kinder hatte auch Amelie seit etwas über einem halben Jahr einen dieser quietschbunten, klobigen “Kinder-Cassettenrecorder” und hörte mit Begeisterung ihre Kinderlieder an. Meine Tochter ist allerdings auch, sagen wir mal, mechanisch interessiert. Der langen Rede kurzer Sinn: das Ding ist seit zwei Wochen ein hardwaretechnischer Totalschaden aufgrund intensiver Forschungsarbeit am Antrieb. Das bedeutet, wir brauchen eine neue “Musikmaschine”. Meiner Meinung nach ist die Compactcassette auch nicht das richtige Medium für Kleinkinder. Also ein CD-Player? So schnell könnte ich CDs gar nicht brennen, wie die verkratzten ausgetauscht werden müssten. Wir leben ja im 21. Jahrhundert, also ein MP3-Player. Haben Sie schon mal versucht, einen MP3-Player für Kinder im Kindergartenalter zu finden? Da wird auch Mr. “G” wortkarg …

Meine Anforderungen waren allerdings gar nicht so abgehoben, sondern mehr an dem orientiert, was tatsächlich benötigt wird:

  • Kleinkindergeeignete Bedienung (Start/Stop, vor und zurück reicht)
  • Eingebauter Lautsprecher (Kopfhörer sind nichts für Kleinkinder)
  • Kopfhörerbuchse (das Ding soll ja länger benutzt werden)
  • Kein Winzteil, sondern für Kinderhände geeignet
  • Arretierterbarer Lautstärkeregler (oder Maximalpegel einstellbar)
  • Robust genug für eine aktive Dreijährige ;-)
  • Keine proprietären Akkus – AAA Zellen bitte

Die gute Nachricht für alle Eltern, die bis hierher mitgelesen und genickt haben: das Ding gibt es wirklich und es kostet nicht die Welt. Sie müssen es nur in Kanada bestellen. Mag sein, dass deutsche Forscher das MP3-Format entwickelt haben, aber Eltern scheinen nicht die Zielgruppe der Elektronikindustrie zu sein; da muss erst ein Start-Up aus Kanada kommen und zeigen, wie man einen kleinkindertauglichen MP3-Player baut. Ich habe gleich in Calgary bei SweetPea Toys in Calgary angerufen und bestellt.Nach knapp einer Woche war das Ding bereits da. Das Bild sehen Sie oben, Breite ungefär 7 cm, Überzug aus lebensmittelechtem Gummi (nicht wasserdicht, aber wohl einigermaßen sabbersicher). Der Speicher fasst 1 Gigabyte, das reicht. Weitere Nettigkeiten für Eltern: es gibt keinen Lautstärkeregler. Der Pegel wird über ein extra Menü für die Eltern eingestellt, sehr schön. Das bedeutet zwar, dass alle Dateien ungefähr die gleiche Lautstärke haben sollten, aber dafür gibt es keine Hörschäden. Nach einem Druck auf Stopp schaltet das Gerät nach einer Minute selbst ab. Auch sehr schön: die Zeit für eine automatische Selbstabschaltung nach n Minuten Spielzeit. Das Gerät kann drei Playlisten verwalten, die sich auch über das Elternmenü auswählen lassen. So habe ich jetzt eine Playlist mit langsamen Liedern, wenn es ins Bett geht und Madame kann liedtechnisch nicht mehr “abrocken”, wenn sie abends ruhiger werden soll. Das eignet sich auch sehr gut für selbst aufgenommene Geschichten und Erzählungen.

Eine AAA-Batterie hält angeblich bis zu 40 Stunden (so lange läuft der Player noch nicht, wir werden sehen), aber Papa kann jeden AAA-Akku reinstecken, der verfügbar ist. Das Gehäuse ist wirklich stabil, es gibt einen Mini USB-Anschluss und auf der anderen Seite einen Anschluß für ein Netzteil (das allerdings nicht mitgeliefert wurde, aber das macht für kleine Kinder sowieso keinen Sinn) und eine Kopfhörerbuchse. Das Design sieht komisch aus, aber der kleine Henkelmann lässt sich so überall hinhängen. Farben gibt es zwei: babyblau und babyviolett. Aufgrund der einfachen Bedienung lässt sich das Ding sogar bei größeren Kindern für eine akustische Schnitzeljagd oder als Audioführer im Museum besprechen und verwenden. Abgespielt werden MP3 und WMA-Dateien, das Display ist einfach, aber völlig ausreichend. Ob ein Druck auf Stopp danach wieder das Lied neu startet oder als Pause-Taste dient, ist ebenfalls über das Menü einstellbar.

Wir sind jedenfalls sehr zufrieden und ich finde es seltsam, dass Mr. Lemay noch keinen Distributor in Europa oder Deutschland hat. Vielleicht liest ja jemand aus der Branche diesen Eintrag und hat selbst Kinder …