Archiv

Autor Archiv

15 teure Flüssigkeiten

18. Februar 2010 Arminius 2 Kommentare

Die Frage nach wertvollen Flüssigkeiten taucht immer wieder mal auf. Ich bin neulich beim Lesen hier über das Original zu dieser Grafik gestolpert. Dieser Artikel wird an allen möglichen Stellen im Web seit Jahren immer wieder gezeigt (meist ohne Gizmodo bzw. deren Leser Shaun als Quelle anzugeben). Da diese Aufstellung mittlerweile über drei Jahre alt ist und auch keine deutsche Version auftauchte, habe ich diesen Abend damit verbracht, eine deutsche Version mit aktualisierten Preisen und ein paar Flüssigkeiten mehr zu erstellen (ein Klick auf die Grafik zeigt die größere Version). Viel Spaß beim Studieren dieser überarbeiteten und erweiterten Version und nochmals Danke an Shaun und Mark Wilson von Gizmodo für die Idee und die erste Grafik.

Preise für Flüssigkeiten

Hier die Daten nochmal als Tabelle (jeweils die “gebräuchliste” Größe und ein Durchschnittspreis)

Flüssigkeit Menge in ml Preis in € Preis pro Liter
Mineralwasser 1000 0,30 € 0,30 €
Rohöl (Brent) 159000 56,40 € 0,35 €
Superbenzin 1000 1,35 € 1,35 €
Argan-Öl BIO 100 10,00 € 100,00 €
Insulin (1ml Spritzen) 100 25,00 € 250,00 €
Blutkonserve 500 125,00 € 250,00 €
Schnupfen-Nasenspray 10 3,50 € 350,00 €
Ardbeg Lord of the Isles 700 300,00 € 428,57 €
Chanel No.5 Eau de Toilette 100 80,00 € 800,00 €
Tinte Canon CLI-8BK 13 13,30 € 1.023,08 €
Habit Rouge (Eau de Toilette) 50 54,00 € 1.080,00 €
Oxytocin-Spray 30 37,50 € 1.250,00 €
Tinte HP CB319EE magenta 3 9,95 € 3.316,67 €
Rosenöl (rosa damascena, BIO) 10 160,00 € 16.000,00 €
Chanel No.5 Parfum 7,5 122,00 € 16.266,67 €

Noch einige Anmerkungen zu den Daten und der durchaus subjektiven Auswahl der Flüssigkeiten:

  • Ja, ich bin mir bewusst, dass ein Barrel nicht genau 159 Liter sind. Dieser Rundungsfehler kann hier vernachlässigt werden, denke ich.
  • Es gibt billigere Rohölsorten, aber auch teurere. Brent wird aber meistens als “Standard” genutzt.
  • Die Blutprodukte unterscheiden sich teils deutlich nach Blutgruppen (0 neg ist der Renner) bzw. Zusammensetzung (Serum, Plasma, Vollblut, etc.)
  • Der Ardbeg ist ein 25-jähriger Single Malt, der entsprechend gesucht ist (ich hab’ eine Flasche <g>).
  • Das Oxytocin-Spray war ein Zufallsfund imWeb (wer daran glaubt, dass das als Spray wirkt … )
  • Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass mein Eau de Toilette mehr kostet als meine Druckertinte ;-)
  • Der Unterschied zwischen EdT und Parfum ist immer wieder ein Erlebnis. Ein Rat an alle Männer: ein guter Kompromiss ist das Eau de Parfum und dafür der kleinere Flakon. Eure Frauen haben mehr davon.
  • Diverse Schlangen- und Spinnenfarmen verkaufen Seren und Gifte, welche den Maßstab des Diagramms deutlich gesprengt hätten: das Serum der Grünen Mamba zum Beispiel pro Gramm (!) im Schnitt 750€, das macht eine dreiviertel Million Euro für das Kilo (das Zeug wird üblicherweise nicht flüssig verkauft)!
  • Ja, einzelne Medikamente und Chemikalien sind noch teurer, aber ich wollte hier Flüssigkeiten aufführen, zu denen man in der normalen Lebenswelt eher einen Bezug hat (Sorry, alle Chemiker und Mediziner).

Bleibt noch die abschließende Frage: sollte ich bei meinem Farbdrucker jetzt Blut und Rohöl statt Rot und Schwarz verwenden? ;-) Ich denke, ich werde erst einmal nachsehen, wie viel von dem Rosenöl noch da ist …

Dem Winter entfliehen

15. Februar 2010 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Lavendel im SchneeNachdem dieser Winter den Namen wirklich verdient und auch meine Kräuter ziemlich eingeschneit sind (siehe Bild, alles andere ragt schon gar nicht mehr aus dem Schnee), hier ein kleiner Tipp für alle, die sich gerne in sommerliche Gefilde wünschen – eine Flasche Anarkos von der Accademia dei Racemi. Nicht nur, dass die Weine durchweg gut sind, die Erzeugergemeinschaft setzt sich auch bewusst vom Massenbetrieb ab.

Eine Flasche dieses apulischen Weines hilft mir gerade bei der Beschäftigung mit dem Thema “stochastische Resonanz“.  Als Funkamateur bin ich an der Sonne und ihrer Aktivität vielleicht eher interessiert als der Duchschnittsmensch, das Phänomen der stoachstischen Resonanz beschränkt sich aber nicht nur auf Daansgard-Oeschger-Ereignisse. Warum ich das alles schreibe? Weil ich zum Valentinstag von meinen Mädels Schätzings Buch “Nachrichten aus einem unbekannten Universum: Eine Zeitreise durch die Meere” bekommen habe. Lesenswert. Aus drei Gründen: erstens, weil es zeigt, wie ein erfolgreicher Autor “Resteverwertung” betreibt; zweitens, weil es ein im Plauderton an der Hotelbar gehaltener Abriss des aktuellen Standes so ziemlich der gesamten Meeresforschungsthemen ist und drittens ist es ein schönes Beispiel, wo der Grenzwert des “Ich bring’ mal einen Kalauer” in einem Sachbuch liegt — eine Stufe unter dem, was Herr Schätzing da schreibt. Ich bin ja auch ein Freund eines eher lockeren Schreibstils, aber man kann es auch übertrieben. Abgesehen davon ist das Buch jedem zu empfehlen, der schon einmal America’s “Horse without a name” gehört hat: “the ocean is a desert with its life underground and the perfect disguise all above“.

Zahlworte: Einundzwanzig oder Zwanzigeins?

11. Februar 2010 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Jetzt, wo meine Tochter mit etwas über vier Jahren bei Ihren Ausflügen ins Zahlenland auch mal die Tiefebene der einstelligen Zahlen verlässt und das zweistellige Waldland erkundet, wird mir bewusst, dass unsere Zahlwörter (Numeralia) nicht unbedingt logisch zu nennen sind.
Zahlenwürfel
Wir Deutschen sind da nicht allein, auch andere europäische Sprachen haben da den einen oder anderen glitch in der Logik. Als wir uns in der Schule für  Latein oder Französisch entscheiden konnten, war jeweils eine Stunde “Probehören” dabei. Als ich dann das erste Mal quatre-vingt-dix-neuf (franz. 99, wörtlich vier zwanzig zehn neun) hörte, dachte ich mir “Naja, Mathe habe ich schon und ich wollte eigentlich eine Sprache lernen, also nehmen wir Latein” ;-) Aber zurück zum Thema …

So steht Deutsch mit der Invertierung von Zahlen zwischen 21 und 99 relativ allein. Logisch ist “fünfundvierzig” eigentlich nicht, vollends krumm wird es bei Zahlen wie 23456, bei denen die Ziffern in der Reihenfolge 2.1.3.6.5 gesprochen werden. Da haben es Italiener mit “quarantacinque” oder Engländer mit “forty-five” auf den ersten Blick leichter. Daraus nun aus Gründen des Erfolgs in einer zunehmend beschleunigten Welt wie der Verein Zwanzig-Eins nun gleich eine von oben verordnete Reform der Sprache zu fordern (hatten wir da nicht erst eine gloriose Bauchlandung), ist meiner Meinung nach etwas übertrieben, obwohl die Argumente für konsistente Zahlwörter durchaus sinnvoll sind. Es sollte aber auch der kulturelle und sprachhistorische Kontext beachtet werden. So sind auch im Englischen und Italienischen die “kleinen” Zahlen (meistens bis zwischen 15 und 20) ebenfalls invertiert (erst ab 17 invertiert das Italienische nicht mehr). Über das Französische habe ich ja bereits weiter oben gelästert (was mir mit einem Wortschatz von einem Dutzend Worten eigentlich gar nicht zusteht). Diese kleinen Zahlen bilden aber den überwiegenden Teil der täglichen Sprachwelt (es sei denn, Sie sind Investmentbanker, dann können Sie sich nach der Finanzkrise sowieso ohne Nachfragen auf Dyskalkulie heraus reden).

Unsere “arabischen” Ziffern (welche arabische Gelehrte dankenswerweise aus Indien zu uns exportiert haben) werden im Arabischen von rechts nach links geschrieben, hier ist ein “chamsa-arbain” (fünf-vierzig) also völlig normal, allerdings folgen da die Stellenwerte auch konsistent aufsteigend der Schreibrichtung. Aus solchen kulturellen Unterschieden, die Mutterprachler in den allermeisten Fällen völlig unbewusst korrekt verwenden nun gleich auf eine signifikante Benachteiligung von Kindern beim Lernen zu schließen, wie es Prof. Gerritzen tut, heißt meiner Meinung nach etwas über das Ziel hinaus zu schießen. Immerhin lassen sich mit solchen Thesen Religionskriege entfachen, gegen die die Auseinandersetzungen wie “Windows gegen Linux” oder die Platzierung von geschweiften Klammern bei C++ wie ein Kindergeburtstag aussehen ;-)

Offenbar hat der Mensch an sich etwas gegen Veränderungen dieser Art. Was viel wichtiger ist und bei dieser ganzen Geschichte übersehen wird, ist die Tatsache, dass Kindern ein Verständnis und ein Gefühl für Zahlen vermittelt werden sollte, welches ihnen erlaubt, “zweiundvierzig” zu sagen, aber 4 x 10 + 2 zu denken. Die Kenntnis mehr als eines Stellenwertsystems (ja, ich weiß, als IT’ler muss jetzt die Basis 16 kommen) bringt hier die Erkenntnis, dass Zahlen und Ziffern Symbole sind und 49 nicht immer 4 x 10 + 9 bedeuten muss. Dazu ein Gespür für Mengen und Größen (wer kann auf Anhieb verdeutlichen, wie viel ein Gigabyte Text ist, was bedeutet 34 Milliarden?) und für verschiedene Bezeichnungen (million, billion, milliard, Milliarde), so etwas wäre sinnvoll.

Der Schlüssel hierzu liegt — und da wäre anzusetzen, bevor versucht wird, Sprache zu verbiegen — in engagierten jungen Pädagogen mit didaktischem Talent, die es verstehen, Begeisterung zu wecken für Zahlen und Mathematik. Darüber würde ich gerne lesen, wie Universitäten versuchen, sich hierin zu übertreffen. Denn wie ein altes Sprichwort sagt: “Kinder sind keine Fässer, die gefüllt werden, sondern Feuer, die entfacht werden wollen”.

Update zum iPad-Artikel

29. Januar 2010 Arminius 3 Kommentare

Das Rauschen im Cyberspace und im Blätterwald zum Apple-Event legt sich allmählich und die ersten Analysen ringen um Aufmerksamkeit. Ich würde gerne einen deutschen Link posten, aber Marc Sigal schreibt Englisch …

CheckMate beschreibt sehr überzeugend, warum Apple’s neueste Kreation ernst genommen werden sollte und was Apple voraussichtlich vor hat. So ganz daneben lag ich mit meinen Gedanken wohl doch nicht …

Veni, Vidi, iPad

28. Januar 2010 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Jetzt ist es also raus. Steve Jobs hat bei seinem Auftritt nicht die Version 2.0 der Zehn Gebote veröffentlicht, die Nahostkrise ist nicht gelöst und über die Kompetenz vieler Bankenvorstände muss man sich nach wie vor Sorgen machen. Wie Martin Peers vom Wall Street Journal unlängst so richtig erkannte  ”Das letzte Mal, als eine Tafel so viel Aufsehen erregt hat, standen Gebote darauf”. Aber lassen wir den Sarkasmus mal einen Post lang beiseite, denn meiner Meinung war die Produktvorstellung des iPad aus mehreren Gründen wichtig.

Einer dieser Gründe ist ein psychologischer. Mit wurde anhand vieler Reaktion im Web in den ersten Stunden wieder bewusst, wie tief die Kluft zwischen den Nerds und den Anwendern immer noch ist. Es ist nach wie vor ein Problem unserer Branche, dass die Orientierung an den Bedürfnissen der Anwender in der Theorie zwar oft beschworen, in der Praxis aber schnell wieder vergessen wird. Sehen wir uns dazu mal einige der Einwände beziehungsweise Kritikpunkte an: “Kein austauschbarer Akku, kein OLED, keine Kamera(s), kein GPS, keine großartigen Zubehörmöglichkeiten, kein offenes Betriebssystem und noch ein paar andere”.

Was dabei vergessen wird, ist die angepeilte Zielgruppe des Geräts und die Aufteilung in Konsumenten und Produzenten. Auch im vielgelobten Web 2.0 sind mehr als 90% der Leute Konsumenten. Ganz gleich, ob man die Verteilung zwischen Konsumenten und Autoren bei Wikipedia betrachtet oder bei YouTube (echte eigene Kreativität, nicht den hunderttausendsten Musikvideo), ob es aktive Blogs und Internetnutzer oder Fotografen und Bilder-Herunterlader sind. Wie jemand bei Twitter so nett und passend formuliert hat, ist das iPad die Erlösung für alle Couchsurfer. Konsumenten und Anwender wollen keine Akkus wechseln oder Systeme patchen, keine Hacks installieren, sie wollen einfach ein Gerät mit der gewünschten Funktion, bei der die Technik gefälligst unsichtbar zu bleiben hat. Wer baut heute noch seine Röhrenverstärker selbst und experimentiert mit verschiedenen Lautsprecherboxen je nach Musiktyp? Richtig, ein minimaler Promillesatz alle Musikhörer. Genau deshalb besitzt das iPad auch keine Kamera. Bei einem überwiegenden Großteil der Nutzungsszenarios wären die Lichtverhältnisse viel zu schlecht. Wichtig ist dagegen eine intuitiv bedienbare Fotoverwaltung und genau die ist vorhanden. Das iPad ist ein “Consumer Device”, kein Gerät für Inhaltsproduzenten. Dafür möchte Apple ja noch einige Macs verkaufen.

Auch ein zweiter Aspekt ist interessant. Viele Stimmen vor der Vorstellung des Gerätes sprachen davon, dass ein iPad überflüssig ist, schließlich reicht ein iPhone neben dem Computer völlig aus. Auch ich bin mittlerweile bereits dabei, abends im Bett noch das eine oder andere TED-Video anzusehen. Genau dabei habe ich auch festgestellt, dass andere prominentere Blogger tatsächlich recht haben: das iPhone ist cool – wenn Du unter 40 bist. Das iPad ist die logische Weiterentwicklung des Konzepts für eine älter werden Nutzerschaft im Web. Ich möchte nicht jammern, aber die beginnende Altersweitsicht, Fokussierungsverzögerungen und andere Mätzchen nerven auf einem so kleinen Gerät wie dem iPhone oder iPod touch. Irgendjemand hatte vor Monaten mal in einer Zeitschrift  geschrieben: “was fehlt, ist ein iPhone für die alternde Babybommer-Generation”. Bitteschön, hier ist es. Vielleicht ist das nebenbei auch der Grund, warum sich die Produktbezeichnung nicht groß vom iPod unterscheidet. Oder Steve Jobs ist ganz einfach von den eigenen Anforderungen ausgegangen. Der Mann wird ja auch nicht jünger. ;-)

Der dritte Aspekt ist etwas, das mich am Kindle von Amazon trotz der genialen Bildschirmqualität immer gestört hat: das iPad besitzt einen Farbbildschirm. Jetzt ist eine Hardwareplattform vorhanden, um moderne Konzepte für Zeitschriften zu verwirklichen. Die Kooperationen mit der Print-Industrie sind ein gewichtigere Pfeiler im Konzept des iPad und die Verwendung des ePUB-Formats ein entsprechender Tritt ans Schienbein von Amazon. Ich persönlich hätte jetzt das Gerät, um mein SPIEGEL- und Scientific American-Abo auf eine elektronische Form umzustellen. Diese Ausrichtung als Medienkonsumenten-Gerät war möglicherweise auch einer Gründe für die durchaus aggressiv zu nennende Preisgestaltung (immerhin hat Apple die Prophezeihungen der Branchenexporten für den Preis glatt halbiert). Ich denke auch nicht, dass das Statement von Mr. Jobs über die “500$-Tabletts” vor einiger Zeit einfach so dahin gesagt wurde. Da wurde eine untere Grenze weit vor der Präsentation angekündigt.

Der letzte Aspekt (zumindest für diesen Artikel) ist ein Wandel, der bereits vor Jahren begonnen hat. War der PC ein Gerät, bei dem anwendungsorientiert gearbeitet wurde (”ich öffne X, speichere das dann und lade es in Y und dann wird da in Z zusammen mit einer anderen Datei das Ergebnis draus”), so ist die heutige Arbeitsweise nicht mehr an Programmen oder Dateien orientiert, sondern an Aufgaben / Tätigkeiten und dem “Web”. Mittlerweile ist mehr oder weniger alles im Netz, Texte, Bilder, Töne, Termine, Filme und das öffentliche (und manchmal auch das private) Wissen der Menschheit. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Medien und das mobile Gerät der Zukunft muss diesem Umstand Rechnung tragen und ebenso mobil sein wie die Daten. Nicholas Carr hat dies bereits erkannt und analysiert. Wer mehr über den Unterschied zwischen Apple und Microsoft wissen möchte, sollte seinen Post lesen.

Bisher war noch keinem Tablet der große Durchbruch beschieden. Allerdings war auch iPhone keine Revolution der Hardware, sondern die Software und das Gesamtkonzept von Gerät, Bedienung und iTunes war es, dass alle anderen Anbieter kalt erwischte. Auch hier sollten wir IT-Insider uns, um den Bogen zum Anfang zu schlagen, mehr darauf besinnen, was die Anwender wirklich wollen. Die überwiegende Masse der Anwender. Steve Jobs kann das und er kann die entsprechenden Produkte dazu herstellen. Willkommen in der nächsten Runde des Kampfes!

Das Konzept “Mag+”

5. Januar 2010 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Möglicherweise ist die Zukunft einiger Zeitschriften doch nicht so düster. Während alle Welt auf das Tablet von den Leuten aus Cupertino wartet, haben sich andere Gedanken gemacht, wie die sinnvolle Weiterentwicklung einer Benutzeroberfläche für das Lesen von Magazinen in elektronischer Form aussehen könnte.

Tatsache ist, dass die bisherigen UI-Konzepte für die Zukunft nicht weiter helfen. WIMP ist als Konzept älter als die Mondlandung, was das in IT-Jahren bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen ;-) Gut zu sehen, dass moderne Ansätze existieren, am praktischen Gebrauch dieser neuen Geräte ausgerichtete Bedienkonzepte zu ermöglichen.

Schwarze Schwäne – Lesefutter fürs neue Jahr

3. Januar 2010 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Es ist schon faszinierend, wieder einmal vor Augen geführt zu bekommen, wie weit meine “Muss ich unbedingt mal lesen” – Liste mittlerweile ist. Ich hatte mit vor ungefähr fünf Jahren das Buch “Fooled by Randomness” bestellt und das Buch dann aus irgendeinem Grund nicht bekommen. Jetzt bin ich bei einer Recherche wieder auf den Autor, Nassim Nicholas Taleb, gestoßen. Der Mann hat mittlerweile einen Rockstar-Status, nicht ganz zu unrecht. Wenn Bücher bzw. ihre Autoren beinahe oder Zwischentöne entweder auf den Olymp gehoben oder in tiefste Tiefen verrissen werden, dann klingt das für mich nach einer interessanten Lektüre. Oder wie Dr. Werner Fuchs in seiner Amazon-Rezension schreibt: “Denn dies deutet meist darauf hin, dass es sich um Angriffe auf Glaubensmodelle handelt, deren Infragestellung Verhaltensmuster ebenso erschüttern wie Institutionen und Bildungsstätten. Entsprechend harsch reagieren denn auch viele Leser.” Dem kann ich nur beipflichten.

Wem der Name Nassim Taleb gar nichts sagt, kann entweder die Wikipedia befragen (sorry für den englischen Link, aber der deutsche Artikel ist nur ein müder Abklatsch) oder sich erst einmal mit der “Theorie des schwarzen Schwans” (hier auch mit Video) beschäftigen. Alternativ gibt es noch ein etwa zehnminütiges Video im Gespräch mit Arianna Huffington. Auch wenn seine derzeitige Beweihräucherung etwas stark ausfällt, vertritt er dennoch eine äußerst interessante Position, der ich in Sachen Finanzpolitik nur zustimmen kann. Nicht zuletzt sind seine “Zehn Grundsätze für eine Scharzer-Schwan-tolerante Welt” in entsprechender Form durchaus auch in der IT-Welt bekannt (oder sollten es zumindest sein). Um den Kreis zum Anfang zu schließen: dieses Jahr steht N.N. Taleb ziemlich weit oben auf meiner Liste … ;-)

Blogposts vom iPod/iPhone …

28. Dezember 2009 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Das hier ist mehr oder weniger eine Übung in Selbstkasteiung. Der erste Blogpost vom iPod touch aus…
Ich war zwar nie der große Verfechter des Zehnfingersystems, aber mit dem Zwei-Daumen-System sind von mir keine literarischen Werke zu erwarten (obwohl meine Tippfehlerrate nicht so viel höher liegt, wie ich erwartet habe. Für die eine oder andere kurze Nachricht ist die “Tastatur” aber brauchbar.
Texte von unterwegs dann doch lieber mit einem kleinen Netbook :-)

Tags:

Weihnachtstrucker

26. Dezember 2009 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Heute fahren die Antenne Bayern Weihnachtstrucker aus Landshut los, um über 59.000 Weihnachtspakete für Kinder und ihre Familien in osteuropäische Länder zu bringen. Allen Truckern, den Unterstützern und Begleitern der Konvois an dieser Stelle ein großes Dankeschön. Auch Amelie hat mit uns zusammen dieses Jahr ein Paket gepackt und wollte heute gerne sehen, wie die Laster mit all den Paketen aussehen.

Ich habe keine Ahnung, ob die Landshuter Altstadt schon einmal voller LKWs stand, aber ca. 40 große Trucks mit beinahe 60.000 Paketen beladen ist eine ganze Menge. Als wir den Erzählungen der Fahrer zuhörten, die schon mehrere Male bei waren, da wurde uns wieder einmal bewusst, dass wir in Deutschland Jammern auf ziemlichen hohem Niveau betreiben. Ich hoffe, alle Konvois kommen gut an ihr Ziel und wieder zurück.

Tags:

Die zehn ultimativen Posteingangs-Tipps (und ein Bonus-Tipp)

2. Dezember 2009 Arminius Kommentare ausgeschaltet

Jetzt kommt wieder die “staade Zeit”, wie es hier im tiefen Süden heißt. Wobei für viele von uns die Hektik in den letzten Wochen des Jahres eher noch zunimmt. Daher als kleine Hilfe neben dem stimmungsvollen Bildchen unten die ultimative Liste mit “Wie überstehe ich die Jahresend-Mailwelle?” – Tipps. Diese folgenden Tipps habe ich über die letzten Jahre im Gespräch mit Kunden, Kollegen oder im Netz gefunden. Bestimmt ist auch für Sie ein Ansatz dabei. Auf geht’s, entrümpeln Sie Ihre Mailbox!

Advent

  1. “Quadranten”: öffnen Sie Ihren Posteingang und bearbeiten Sie nacheinander die älteste, die jüngste, die kleinste und die größte Nachricht. Hören Sie nicht auf, bis Sie nicht alle entweder gelöscht, an jemanden delegiert oder beantwortet haben.
  2. “Racetrack”: Stellen Sie sich eine Stoppuhr auf zehn Minuten. Dann löschen bzw. archivieren Sie in dieser Zeit so viele Nachrichten, wie Sie schaffen. Weg mit dem Zeug! Was Ihnen beim Berühren der Löschtaste bzw. dem Verschieben in den “Altablage”-Ordner keine Gänsehaut über den Rücken jagt, kommt da rein. Versuchen Sie das einmal pro Woche und jagen Sie Ihren eigenen Rundenrekord.
  3. “Der Nächste, bitte”: Sortieren Sie Ihren Posteingang nach Absendern und dann so, dass die älteste Nachricht pro Abender zuerst aufgelistet wird. Bearbeiten Sie von jedem Absender eine Nachricht und erledigen Sie diese. Hören Sie nicht auf, bis nicht diese eine Nachricht von jedem Absender im Eingang entweder abgelegt, delegiert oder beantwortet ist.
  4. “Flaschenhals”: Suchen Sie sich jeweils die Nachricht aus dem Posteingang, die Sie am meisten nervt, die bereits am häufigsten gelesen und wieder zurückgestellt wurde und machen Sie nichts anderes, bis Sie diese beiden Nachrichten erledigt haben.
  5. “Problem anderer Leute-Feld”: sortieren Sie die aufsteigend nach Größe. Gehen Sie anschließend durch den Posteingang und delegieren Sie ohne Gnade und Barmherzigkeit die Nachrichten, die Sie delegieren können. Wenn es jemand anders bearbeiten kann oder gar soll, was macht die Nachricht dann immer noch in Ihrem Posteingang?
  6. “Pareto”: 20 Prozent Ihrer Nachrichten im Posteingang sind verantwortlich für 80 Prozent Ihres Erfolgs bzw. Ihrer Produktivität. Markieren Sie diese und arbeiten Sie diese bis zum Ende der Woche ab. Ignorieren Sie alle anderen Nachrichten. Am Freitag löschen Sie alle dieser Nachrichten, für die noch keine Nachfrage eingetroffen ist.
  7. “I’ll be back”: Sortieren Sie Ihren Posteingang nach Datum, die neuesten zuerst. Nehmen Sie dann die ältere Hälfte. Falls Sie die Nachricht nicht gleich löschen können, beantworten Sie alle mit einem Hinweis, dass Sie derzeit keine Zeit haben, innerhalb von einer Woche auf diese Nachricht zu antworten. Alle Nachrichten, zu denen keine Nachfrage kommt, werden am Ende der nächsten Woche abgelegt oder delegiert.
  8. “Monetarisierung”: Suchen Sie die fünf Nachrichten aus dem Posteingang, die für Sie bzw. Ihre Firma die größten wirtschaftlichen Auswirkungen haben. Bearbeiten Sie diese sofort. Solange, bis die Nachricht entweder delegiert oder abgelegt oder beantwortet wurde.
  9. “Magenknurren”: Wir arbeiten schneller und denken besser, wenn wir hungrig sind. Eine halbe Stunde vor der Mittagspause suchen Sie die zehn neuesten Nachrichten und arbeiten diese ab. Mittagspause gibt es dann, wenn Sie diese zehn Nachrichten erledigt haben.
  10. “I’m sorry, Dave”: Suchen Sie alle Nachrichten in Ihrem Posteingang, die Sie ehrlich mit einem “Sorry, aber Ich kann Ihnen nicht wirklich weiterhelfen” beantworten können. Tun Sie’s! Schreiben Sie eine Antwort mit genau diesem Inhalt und dann delegieren Sie die Nachricht an jemand, der es kann oder löschen die Nachricht.

Als kleines Adventsgeschenk noch der Bonus-Tipp: zählen Sie die Nachrichten in Ihrem Posteingang und berechnen Sie die “5%-Hürde”. Erledigen Sie nun jeden Tag von jetzt bis zum 23. Dezember diese Anzahl von  Nachrichten in Ihrem Posteingang. Seien Sie konsequent und halten Sie durch. Vor den Feiertagen haben Sie dann mit etwas Glück einen leeren Posteingang! Aktueller Stand beim Autor: 12 Nachrichten.